Chile - Valparaiso (12.04.-13.04.):

Ich stieg also in Osorno um in einen direkten Bus nach Valparaiso und kam dann am Samstag morgen dort an. Im Hostel traf ich einen Australier, der jedoch an diesem Tag abreisen würde und wir beschlossen, noch zusammen an den Hafen und auf einen großen Markt zu gehen. Der Markt war eine art Mischung aus Secondhand und Lebensmitteln und es gab unglaublich viel Gemüse, sodass ich mich erst einmal mit Obst und Gemüse für die kommenden Tage eindeckte. Ein halbes Kilo Erdbeeren kostet hier unter 1€! Dann gingen wir noch ein bisschen an den Hafen und standen der Rest der Zeit auf einem Steg und schauten auf Valparaiso und das Meer. Er ging schließlich zum Busbahnhof und ich zurück ins Hostel. Da ich die letzten Tage immer viel mit Leuten unterwegs war, wollte ich mir mal einen freien Tag gönnen und lief wieder allein los. An einem Plaza fand ich ein tolles Restaurant und ging das erste Mal in meinem Leben allein in einem Restaurant essen! Am Anfang ein wenig seltsam, aber eigentlich ganz schön. Man merkt jedoch sofort den Unterschied zwischen allein unterwegs sein und jemanden dabei haben. Auf einmal kamen wieder Pfiffe, Geschnalze, Hupen und Kommentare. Später lief ich ein wenig in die Hügel Valparaisos, da die Stadt ja auf Hügel gebaut wurde. Da sah ich bereits eine einzelne kleine Wolke und dachte, dass womöglich ein Haus brennt. Ich wollte bis zu dem Haus von Pablo Neruda laufen, einem berühmten Schriftsteller Chiles. Doch eine Straße davor war bereits Alleskönner der Feuerwehr abgeblockt und es begann Asche zu regnen und stark nach Verbranntem zu riechen. Also machte ich meinen Weg wieder zurück ins Hostel. Die Rauchwolke wurde immer größer und auch später im Hostel wurde der Abend immer wieder von Stromausfällen begleitet. Wir setzten uns also nur mit Gitarre und Wein auf einen Plaza vor dem Hostel. Bisschen gespenstisch wenn auf einmal alles dunkel ist, wir aber das benachbarte Viña del Mar in vollem Licht sahen. Und es regnete dauerhaft Asche. Den nächsten Morgen ging ich zur einer Stadttour, die man einfach mit Trinkgeld bezahlt. Wir trafen uns an dem großen Plaza von der Marine und als ich dort ankam, war der gesamte Platz voll mit Feuerwehrautos. Das Feuer hatte sich durch die starken Winde so weit ausgebreitet, dass bereits 1500 Häuser abgebrannt waren und viele evakuiert wurden. Man konnte die Feuerwehr unterstützen, indem man Wasser und Müsliriegel zu den Feuerstationen brachte. Wir machten also unsere Stadttour, die sehr interessant war und wir die tollen Graffiti der Stadt zu sehen bekamen. Doch uns wurde immer mehr das Ausmaß des Feuers bewusst. Das Militär war bereits angerückt und alle Menschen rannten zu ihren Häusern, im Klamotten und Lebensmittel für die Evakuierten zu den Sammelstellen zu bringen. Die Feuerwehr rekrutierte Freiwillige, die dann im T-Shirt Richtung Feuer fuhren. Richtig blödes Gefühl als Tourist zwischen den Menschen zu stehen. Gegen später fuhren wir zusammen zu einem Hügel, an dem es die schönsten Graffiti geben soll. Oben angekommen sahen wir das Feuer, das nur gut 2 Hügel entfernt war, über die Kuppeln kommen. Der andere Hügel war bereits zerstört und alle Häuser abgebrannt. Wir sahen, wie schnell die Feuer übergreiften und das trockene Gras war der perfekte Wegbereiter. Das Problem in Valparaiso ist, dass die meisten der Gassen viel zu klein für Autos sind und die Hügel fast nur zu Fuß zu erreichen sind. Das heißt die Feuerwehr muss ebenfalls mit den Schläuchen zu Fuß dort rauf. Es waren gut 5 Flugzeuge und 3 Helikopter im Einsatz und wir sahen sie das Wasser auf die Flammen abwerfen. Nach einer Weile wurde uns richtig mulmig zumute und wir wollten schnell ins Hostel, um zu schauen, wie es um das Gebiet steht und ob wir irgendwie helfen können. Doch dort bekam man von dem Feuer fast gar nichts mit. Zwei der Leute aus meinem Hostel kamen abends zurück, sie hatten geholfen Wassereimer in einer Kette den Berg hinaufzureichen, da die dort Ansässigen die kleinen Feuer versuchten zu löschen. Ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass ich mir einen Bus für diesen Abend nach La Serena gebucht hatte. Die Busse nach Santiago waren bereits alle abgesagt. Die Busfahrt jedoch war der Horror. Ich hatte entweder etwas falsches gegessen oder die Asche machte mir zu schaffen.

21.4.14 17:26, kommentieren

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Seengebiet - Bariloche (07.04.-11.04.):

Die lange Busfahrt war überhaupt kein Problem. Wir hatten große Sitze und ich hatte gleich 2 für mich und es kamen die meiste Zeit Filme. Als wir dann nach 29 Stunden in Bariloche ankamen und ins Hostel gingen, stellte sich heraus, dass wir unsere Reservierung für den falschen Tag gemacht hatte. Noch war jedoch nicht sicher, ob wir dort trotzdem schlafen können, da noch Personen erwartet wurden, die aus Buenos Aires kamen. Bei Neuquen waren von den vorigen Tagen alle Straßen überschwemmt und so war es möglich, dass sie deswegen nicht kommen könnten. Es endete aber letztendlich damit, dass wir eine Nacht auf der Couch in der Lobby verbrachten und als jemand um 7 Uhr morgens auscheckte, legten wir uns noch kurz in sein Bett. Glücklicherweise hatte er ein Doppelzimmer. Nun waren wir also in der Schokoladen Hauptstadt Argentiniens angekommen, die am wunderschönen Lago Nahel Huapi liegt. Nach einem Tag Nichtstun im Bus hatten wir alle den Drang uns zu bewegen und somit mieteten wir uns Fahrräder und fuhren 27 km um den Lago Argentino. Das war alles andere als leicht, in Patagonien gibt es ganz schöne Berge! Aber es fühlte sich toll an und wir powerten ziemlich durch, sodass wir nicht einmal richtig zum Bilder machen kamen. Später liefen wir dann noch ein wenig durch die Stadt, in der sich ein Schokoladenladen an den anderen reiht. Da gibts auch immer Kostproben und somit liefen wir mal durch ein Paar durch. Vergleichen ist die Schokolade mit unserer in Europa, also mit das beste was man auf diesem Kontinent bekommt. Den nächsten Tag wollten wir ein bisschen wandern gehen, aber als wir an dem Berg ankamen, war dieser mit Wolken behangen und die Gondel für einen Weg hoch kostete umgerechnet 15€. Also fuhr ich mit einem anderen Mädchen zurück und wir gingen zu einem Aussichtspunkt. Wir fuhren mit einer kleinen Gondel hoch und liefen von dort aus gut 9 Kilometer zurück zu unserem Hostel. Gegen später traf ich mich mit einem Schweizer, den ich in El Calafate kennen gelernt hatte und wir gingen in einen der Schokoladenläden auf einen Kaffee. Wir mussten jedoch noch unsere Bustickets kaufen und somit liefen wir später auch noch die 3 Kilometer hin und zurück zum Busbahnhof. Gegen Abend waren neue Leute im Hostel und wir gingen in den Pub gegenüber zur Happy Hour, was damit endete, dass wir noch in ein anderes Hostel am Wasser gingen, das wie eine art Club war. Da ich mich entschieden hatte, erst freitags weiter nach Valparaiso in Chile zu reisen, entspannte ich mich den folgenden Tag ein wenig und unternahm ein wenig mit den Leuten aus dem Hostel. Freitag morgens wollte ich eigentlich noch einmal in die Stadt, aber es regnete wie aus Kübeln und somit wurde daraus ein eher kurzes Unterfangen. Als wir dann mit unserem Bus an der chilenischen Grenze ankamen, gab es erstmal einen kleinen Unfall, da der Fahrer das Dach unter dem wir standen unterschätzt hatte und wir mit unserem Dach erstmal am Pfosten entlang schrammten. Aber außer einem schrecklichen Geräusch Ist glücklicherweise nichts passiert und ich verabschiedete mich von den anderen in Osorno, um von nun an alleine weiter zu reisen. Dort lief ich noch ein bisschen durch die Stadt bis schließlich mein Bus nach Valparaiso ging.

17.4.14 17:21, kommentieren